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Roboter als Personalchefs

Schöne neue Welt, denken manche, wenn sie von Ideen hören, dass Roboter für die Personalauswahl verantwortlich sein sollen. Da bleibt doch der menschliche Aspekt auf der Strecke, monieren sie. Das gerade kann der Sinn dabei sein, Personalentscheidungen mediengesteuert zu treffen, sagt der Bamberger Wirtschaftsinformatiker Tim Weitzel. „Der Algorithmus diskriminiert nicht. Er ist objektiv.“

Personalverantwortliche entscheiden nach Stereotypen

„Einem Recruiter gefällt vielleicht meine Haarfarbe nicht oder mein Geschlecht. Wir wissen aus unzähligen Studien, dass Personalverantwortliche oft nach Stereotypen entscheiden, auch wenn ihnen das in vielen Fällen selbst nicht einmal bewusst ist. Menschen mit einem ausländisch klingenden Namen zum Beispiel haben bei gleicher Qualifikation nachweislich schlechtere Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Der Computer hat keine Vorurteile, er achtet allein auf meine Eignung und Fähigkeiten“, erklärt Tim Weitzel im Interview mit der „Zeit“.

Bewerbungstest: Personalchef versus Computer

Der ARD-Bildungskanal Alpha hat die Probe aufs Exempel gemacht und bei zwei fiktiven Bewerbungen Mensch gegen Maschine antreten lassen. Die eine Bewerberin passte von der Qualifikation genau zum Stellenprofil, war aber nüchtern und ohne Foto gestaltet. Der andere Bewerber passte nicht so gut zur Stelle, reichte aber eine ansprechend gestaltete Bewerbung mit interessanten Details im Lebenslauf ein. Beide Bewerbungsunterlagen wurden parallel einem Personalchef vorgelegt und durch ein Computersystem gescannt, in dem die Stellenanforderungen als Grundlage eingegeben wurden. Klarer Sieger in Sachen Zeit und Passgenauigkeit der fachlichen Anforderungen ist der Computer. Er würde natürlich die Bewerberin empfehlen, aus deren Anschreiben und Lebenslauf er anhand von Keywords herauslesen konnte, das sie die geeignete Qualifikation hat.

Der Mensch liest auch zwischen den Zeilen

Der Personalexperte Michael Witt hingegen findet auch den anderen Bewerber interessant, obwohl sein Background nicht genau zu den Stellenanforderungen passt. Für ihn geben auch Faktoren wie interessante Hobbys und ehrenamtliches Engagement Aufschluss darüber, ob ein Bewerber interessant ist. Zwischen den Zeilen liest er heraus, dass der Bewerber viel Eigeninitiative mitbringt. Daher passt er vielleicht sehr gut ins Unternehmen, so Witt. Rein computergesteuerte Personalsuche greift ihm daher zu kurz. Online-Recruitingtools sind für Michael Witt „Assistenzsysteme, wie beim Auto. Die schaltet man ein, wenn man sie braucht […] oder sind immer im Hintergrund tätig und helfen einem bei der Wertschöpfung.“

Erfolgskombi Mensch plus Maschine

Mindestens als Vorauswahlstufe sind Algorithmen ein sehr sinnvoller Weg, um schneller und effizienter zu erfahren, wer genau zur Stelle passt, die man besetzen möchte. Menschliche Eigenschaften im Sinne von job-relevanten soft skills können anhand einschlägiger Fragen auch sehr gut online abgefragt und mit dem Stellenprofil gematcht werden. Dann die richtige Portion Bauchgefühl dazuzugeben und die Auswahl der idealen Kandidaten von Mensch zu Mensch kennenzulernen, muss ja auch in Zeiten von Robot Recruiting nicht verschwinden.